Erfolgreiche Brutflöße für die Flussseeschwalbe

 

Bereits im Jahr 2017 hatte ein Flussseeschwalben-Paar versucht, im Vogelschutzgebiet nördlich vom Lichtenfelser Ortsteil Trieb auf einer kleinen Sandinsel im Schlämmsee des dortigen Kieswerkes Schramm zu brüten.

 

Bernd Flieger, Dr. Dieter Franz, Gerd Glätzer und Norbert Theiss haben dies mehrere Wochen beobachtet, dokumentiert und veröffentlicht im Ornithologischen AnzeigeNr. 56/2017 der ornithologischen Gesellschaft Bayern e.V.

 

Diese Vogelart ist auf der Roten Liste der Vögel Deutschlands als „stark gefährdet“ eingestuft und gilt als seltener Brutvogel in Bayern!

 

Bisher gibt es bekannte größere Kolonien der Flussseeschwalbe in Bayern nur am Chiemsee, am Starnberger See und am Ammersee. Einzelne Bruten noch im Donautal, am Inn und an der Isar.

 

Für Nordbayern, speziell für Oberfranken, war dies laut Angaben in der Fachliteratur der erste Brutnachweis seit fast 100 Jahren!

 

Leider wurde aber wegen Starkregen im Juni 2017 und anschließendem hohen Wasserstand im See das Nest überschwemmt und dann die Brut abgebrochen.

 

Einige Mitglieder der Kreisgruppe Lichtenfels des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) haben deshalb im Jahr 2018 das erste künstliche Nistfloß gebaut.

 

Das Floß besteht aus nicht verrottbaren Styrodur-Hartschaum-Platten als Auftriebskörper, die mit witterungsbeständigem Lärchenholz ummantelt und belegt wurden. Eine Sand- und Kiesschicht sorgt für die natürliche Brut-Oberfläche.

 

Die Wassertiefe im Schlämmsee schwankt im Normalfall zwischen 0,5 und 1 Meter, bei Starkregen und Hochwasser kann sie allerdings auch bis auf 3 Meter ansteigen.

 

Verankert wurde das Floß deshalb mit 5 Meter langen Stahlseilen an vier Betoneimern, die im See versenkt wurden. Somit passt sich die Schwimmhöhe dann automatisch an die Wasserhöhe an.

 

Die Flussseeschwalben haben das Floß im Mai 2018 tatsächlich angenommen und auch erfolgreich darauf gebrütet! Ende Juli 2018 sind drei Küken flügge geworden und haben es geschafft !!!  Das war die erste erfolgreiche Brut in Oberfranken überhaupt; ein großer Erfolg für unsere Kreisgruppe!

Die erfolgreiche Brut wurde auch dokumentiert und veröffentlicht im Ornithologischen Anzeiger Nr. 57/2018 (Heft 1/2) der ornithologischen Gesellschaft Bayern e.V.

 

Im Jahr 2019 wurde noch ein zweites, zusätzliches Brutfloß auf dem angrenzenden Baggersee errichtet. Hier hat das Flussseeschwalbenpaar seitdem jedes Jahr erfolgreich gebrütet und zwei bis drei Jungvögel aufgezogen.

 

Ende April 2022 haben wir das Brutfloß vom Schlämmsee auch auf diesen Baggersee umgesetzt, da es im Schlämmsee zu sehr von Weidengebüsch bewachsen war. Zusätzlich haben wir auf einem anderen See ca. 200 Meter südlich noch ein drittes Brutfloß eingesetzt, da im letzten Jahr auch schon mal fünf adulte Flussseeschwalben gleichzeitig vor Ort anwesend waren. Vielleicht siedeln sich weitere Paare zum Brüten an den Trieber Baggerseen an......

 

Aus der Beobachtungshütte am Schlämmsee in Trieb kann man viele andere Wasservögel übrigens sehr gut beobachten!