Ein Brutfloß für die Flussseeschwalbe

Ralf Böhme, Volker Woitzik, Bernd Flieger und Jan Ebert (nicht im Bild) errichteten das Brutfloß am Ufer des Schlämmsees in Trieb
Ralf Böhme, Volker Woitzik, Bernd Flieger und Jan Ebert (nicht im Bild) errichteten das Brutfloß am Ufer des Schlämmsees in Trieb
Der Auftriebskörper mit Lärchenholz-Umrandung
Der Auftriebskörper mit Lärchenholz-Umrandung
Der Schlämmsee in Trieb
Der Schlämmsee in Trieb
Eimer mit Beton gefüllt als Anker
Eimer mit Beton gefüllt als Anker
Wathose angelegt
Wathose angelegt
Kies aufschütten
Kies aufschütten
Kajak mit Floß im Schlepptau auf dem Weg zum Standplatz im See
Kajak mit Floß im Schlepptau auf dem Weg zum Standplatz im See
Herablassen der Betoneimer
Herablassen der Betoneimer
Das Floß im Schlämmsee
Das Floß im Schlämmsee
Drei Küken sind flügge und haben es geschafft ! (Foto: Gerhard Schug)
Drei Küken sind flügge und haben es geschafft ! (Foto: Gerhard Schug)

 

Bereits im Jahr 2017 hatte ein Flussseeschwalben-Paar versucht, im Vogelschutzgebiet nördlich von Trieb auf einer kleinen Sandinsel im Schlämmsee des dortigen Kieswerkes zu brüten.

 

Bernd Flieger, Dr. Dieter Franz, Gerd Glätzer und Norbert Theiss haben dies mehrere Wochen beobachtet, dokumentiert und veröffentlicht im Ornithologischen Anzeiger Nr. 56/2017.

 

Diese Vogelart ist auf der Roten Liste der Vögel Deutschlands als „stark gefährdet“ eingestuft und gilt als seltener Brutvogel in Bayern!

 

Bisher gibt es bekannte größere Kolonien der Flussseeschwalbe in Bayern nur am Chiemsee, am Starnberger See und am Ammersee. Einzelne Bruten noch im Donautal, am Inn und an der Isar.

 

Für Nordbayern, speziell für Oberfranken, war dies laut Angaben in der Fachliteratur der erste Brutnachweis seit fast 100 Jahren!

 

Leider wurde aber wegen Starkregen im Juni 2017 und anschließendem hohen Wasserstand im See das Nest überschwemmt und dann die Brut abgebrochen.

 

Einige Mitglieder der Kreisgruppe Lichtenfels des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) haben deshalb nun ein künstliches Nistfloß gebaut.

 

Das Floß besteht aus nicht verrottbaren Styrodur-Hartschaum-Platten als Auftriebskörper, die mit witterungsbeständigem Lärchenholz ummantelt und belegt wurden. Eine Sand- und Kiesschicht sorgt für die natürliche Brut-Oberfläche.

 

Die Wassertiefe im Schlämmsee schwankt im Normalfall zwischen 0,5 und 1 Meter, bei Starkregen und Hochwasser kann sie allerdings auch bis auf 3 Meter ansteigen.

 

Verankert wurde das Floß deshalb mit 5 Meter langen Stahlseilen an vier Betoneimern, die im See versenkt wurden. Somit passt sich die Schwimmhöhe dann automatisch an die Wasserhöhe an.

 

Die Flussseeschwalben haben das Floß im Mai tatsächlich angenommen und auch erfolgreich darauf gebrütet! Ende Juli 2018 sind nun drei Küken flügge geworden und haben es geschafft !!! Dies ist die erste erfolgreiche Brut in Oberfranken überhaupt; ein großer Erfolg für unsere Kreisgruppe!

 

Aus der Beobachtungshütte am Schlämmsee in Trieb kann man das Brutfloß und viele weitere Wasservögel übrigens sehr gut beobachten!

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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