Geschützter Landschaftsbestandteil
Geschützter Landschaftsbestandteil
westlicher Teil der Sandgrube Gärtenroth (Foto: Jan Ebert)
westlicher Teil der Sandgrube Gärtenroth (Foto: Jan Ebert)
Dünen-Sandlaufkäfer (Foto: Jan Ebert)
Dünen-Sandlaufkäfer (Foto: Jan Ebert)
Frühe Heidelibelle (Foto: Jan Ebert)
Frühe Heidelibelle (Foto: Jan Ebert)
Kleine Binsenjungfer (Foto: Jan Ebert)
Kleine Binsenjungfer (Foto: Jan Ebert)
östlicher Teil der Sandgrube Gärtenroth (Foto: Jan Ebert)
östlicher Teil der Sandgrube Gärtenroth (Foto: Jan Ebert)
Lackpilz
Lackpilz
östlicher Teil der Sandgrube Gärtenroth mit Flachwasser-Tümpeln (Foto: Jan Ebert)
östlicher Teil der Sandgrube Gärtenroth mit Flachwasser-Tümpeln (Foto: Jan Ebert)
Schwarze Heidelibelle (Foto: Jan Ebert)
Schwarze Heidelibelle (Foto: Jan Ebert)
 

Flächenbesitz: 5,5 Hektar

 

Beschreibung:
offene Sandflächen, kleine Teiche und Tümpel, Felsabbrüche


-Geschützter Landschaftsbestandteil-
ACHTUNG: BEFAHREN DES GELÄNDES MIT FAHRZEUGEN JEGLICHER ART VERBOTEN !
(siehe auch Verordnung des Landratsamtes Lichtenfels)

 

Bedeutende Tier- und Pflanzenarten:
Libellen, Wildbienen, Grabwespen, verschiedene Amphibien und Reptilien, verschiedene Pilzarten z.B. Lackpilze

 

Bereits 2007 untersuchte der Biologe Dr. Wolfgang Völkl mehrere Sandgruben im Landkreis Lichtenfels, darunter auch das Abbaugebiet bei Gärtenroth. Im Zuge dessen konnte er dort die beachtliche Anzahl von 54 Wildbienen- und 20 Grabwespenarten feststellen. (einige davon stehen auf der Roten Liste Deutschlands!!) 

 

Nach Beendigung des Sandabbaus erwarb die LBV-Kreisgruppe Lichtenfels im Jahre 2012 diese wertvolle Rohbodenfläche mit einer Größe von etwa 3,5 ha, an deren Grenzen sowohl Offenland als auch Wald anschließen, die weitere 2 ha des Besitzes ausmachen. Gleichzeitig wurde die Sandgrube als Geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesen.  

 

Neben den ausgedehnten Sandbodenflächen und südexponierten Steilhängen wird das Bild sowohl von temporären als auch ständig Wasser führenden Flachgewässern geprägt, die auf Libellen wie ein Magnet wirken. Bei einer Bestandserhebung 2017 konnten 27 Libellenarten festgestellt werden, darunter eine große Anzahl der Gemeinen Binsenjungfer, die Kleine Binsenjungfer, die Kleine Pechlibelle, die Frühe und Schwarze Heidelibelle sowie die Braune Mosaikjungfer. Sogar die Kleine Zangenlibelle und die Zweigestreifte Quelljungfer, die in gänzlich anderen Habitaten zu Hause sind, zählten zu den Besuchern. Berücksichtigt man ältere Kartierungen des Landesamtes für Umwelt (LfU), so kommt man auf insgesamt 29 Libellenarten, was über ein Drittel der in Deutschland nachgewiesenen Arten ausmacht. 

 

Dominiert wird das Gebiet jedoch vom Dünen-Sandlaufkäfer, der dort in beträchtlicher Individuenzahl vorkommt. Richtet man seinen Blick gezielt auf den Boden, so kann man diese räuberisch lebenden Laufkäfer beobachten, wenn sie in Scharen, nur kurze Strecken über dem Boden fliegend, den menschlichen Schritten ausweichen. Bei genauerer Betrachtung mit dem Fernglas kann man die typisch weiß behaarten und rotgrün-metallisch schimmernden Beine sowie das formschöne „Tarnmuster“ auf den Deckflügeln erkennen. 

 

Aufgrund der Waldrandlage droht die Sandgrube durch den Einflug von Kiefern- und Birkensamen ihren Pioniercharakter zu verlieren, was langfristig auch das Ende der dortigen Artenvielfalt bedeuten würde. Daher wurden von der Kreisgruppe Lichtenfels 2015 und 2017 tausende kleiner Kiefern und Birken gerupft.

 

Im Randbereich führten die Kreisgruppe und der Landschaftspflegeverband mehrere Baumfällungen durch und entbuschten die Steilhänge. Im Laufe des Jahres 2018 ist eine Bestandserhebung der Amphibien- und Reptilienvorkommen sowie eine Beweidung mit Ziegen vorgesehen.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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