mit Fernglas und Fernrohr Vögel beobachten
mit Fernglas und Fernrohr Vögel beobachten
Beobachter am Baggersee
Beobachter am Baggersee
Beringung einer Singdrossel
Beringung einer Singdrossel
Fraßspuren eines Bibers am Ufer des Baggersees
Fraßspuren eines Bibers am Ufer des Baggersees

Im Oktober hatte die Kreisgruppe Lichtenfels des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) zum „Tag des Zugvogels“ eingeladen.

 

Das Obere Maintal zwischen Bamberg und Burgkunstadt ist ein europaweit bedeutsamer Zugkorridor und Rastplatz für Zugvögel. Es bildet einen wichtigen Baustein im europäischen Biotopverbundsystem Natura 2000.

 

Deswegen wurden im Rahmen des Naturprojektes „Life – Oberes Maintal“ (gefördert durch das bayerische Umweltministerium) in den vergangenen Jahren bereits viele durch den Kiesabbau geschaffene Baggerseen renaturiert. Die neu geschaffenen Flachwasserzonen, wechselfeuchten Mulden und naturnahen Altwässer sind als Brutgebiet und Rastbiotop für zahlreiche Vogelarten von besonderer Bedeutung.

 

Daher fanden sich einige Vogelfreunde an den Baggerseen und Weihern zwischen Trieb und Schwürbitz ein, um dort die Gelegenheit zu nutzen, in der Umgebung des neu gebauten Beobachtungs- und Informationsstandes durchziehende und rastende Vögel mit Ferngläsern und Fernrohren zu beobachten.

 

So wurden unter anderem vermutlich aus der Tundra Sibiriens kommende Saatgänse und aus dem Norden Schwedens beziehungsweise Finnlands stammende Pfeifenten gesichtet.

 

Auch Nilgänse, die ursprünglich nur in Afrika vorkamen und sich nun immer mehr in Europa ausbreiten, konnten entdeckt werden.

 

Für Aufregung sorgte ein Schwarm von ca. 200 Kanadagänsen, die sich mit großem Geschnatter auf den Mainauen zur Rast niederließen. Diese Vögel verbringen den Sommer meist in Skandinavien oder England und ziehen im Winter in den wärmeren Süden. Aber auch Silberreiher, Eisvögel, Schwanzmeisen und Fraßspuren eines Bibers wurden im Schilf der Baggerseen gesehen.

 

Zwei Singdrosseln konnten durch den erfahrenen Vogelkundler Dr. Dieter Franz vor Ort beringt werden. Einige Vögel dieser Art haben ihre Brutgebiete im Sommer teilweise in Osteuropa und Russland und ziehen im Herbst zum Überwintern nach Süd-Frankreich und Spanien.

 

Ein solcher Ring liefert Informationen über Zeit und Ort der Beringung, wodurch Ornithologen weltweit die Zugwege des jeweiligen Vogels bestimmen können. Die wissenschaftliche Vogelberingung trägt seit über 100 Jahren maßgeblich zur Klärung vieler Vogelzugphänomene bei.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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